10 Jahre Widergründung der Arbeiterwohlfahrt in Sachsen


Anlässlich des 10. Jahrestages der Widergründung der Arbeiterwohlfahrt in Sachsen und der Landeskonferenz 2000 gibt der Landesverband Sachsen eine Übersicht über wichtige Geschichtsdaten der Wohlfahrtsorganisation heraus.

1.Die Arbeiterwohlfahrt während der Weimarer Republik

13.12.1919 Gründung der Arbeiterwohlfahrt. Vorsitzende ist Marie Juchacz (l 879 - 1956)
1919-Juli 1924 Im Landesmaßstab kann die Arbeiterwohlfahrt u.a. auf die Bildung von Ausschüssen verweisen: Kinderschutz und Jugendfürsorge, Fürsorgeerziehung, Jugendgerichtshilfe, Schulkommission, Altenhilfe.
Anfang der 20er Jahre SPD - Landesparteitage in Chemnitz und Leipzig beschäftigen sich mit dem Aufbau der Arbeiterwohlfahrt in Sachsen
Januar 1923
ln Leipzig wird ein Ortsausschuss für Arbeiterwohlfahrt gegründet. Vorsitzender ist Alois Cyrus (1876 - 1954)
1923-25 Durch die Arbeiterwohlfahrt in Dresden werden u.a. 1923 13174, 1924 13810 und 1925 12069 Kinder in den Ferien in der Dresdner Heide bei "Waldfahrten" betreut.
17.5.1924
Erstes sächsisches Erholungswerk der Arbeiterwohlfahrt in Heidenau - Großsediitz wird eröffnet.
16. - 18.5. 1925 Der Landesausschuss für Arbeiterwohlfahrt veranstaltet in Dresden erstmals eine Tagung. Im Landesvorstand sind, Max Pinkert -, Bernhard Wiesner (beide Dresden), Philipp Klein (Leipzig), Richard Koch (Zwickau), Bruno Mehnert (Chemnitz ) und Martha Seifert (Pirna)
Juli l927 Für eine Hilfsaktion für die Bewohner des Osterzgebirges nach einer Umweltkatastrophe werden Sammelstellen der Arbeiterwohlfahrt in Zittau, Löbau, Bautzen, Dresden, Freital, Tharandt, Meißen, Pirna, Freiberg, Chemnitz, Zwickau und Leipzig eingerichtet. Ergebnis: 108 000Mark und Sachspenden. Februar 1928
der Landesausschuss für Arbeiterwohlfahrt befindet sich in Dresden - A, Wettiner Platz 10
Januar 1929 Dem Landesausschuss für Arbeiterwohlfahrt gehören an: Max Pinkert, Clemens Dölitzsch, Bernhard Wiesner (alle Dresden), Martha Seifert (Pirna), Willy Lange (Chemnitz), Philipp Klein (Leipzig), Richard Koch (Zwickau).
Pfingsten 1929 Treffen der sozialistischen Fürsorgerinnen in Hellerau bei Dresden.
15./16.2.1930 Landestagung der Arbeiterwohlfahrt in Leipzig. In Sachsen gibt es 4 Bezirks - und 26 Unterbezirksausschüsse mit etwa 10 000 Helfern.
15.9.1930 Eröffnung einer Geschäftsstelle des Landesausschusses in Dresden. Max Pinkert wird Geschäftsführer Clemens Dölitzsch Vorsitzender.
1930 In einem von Margarete Werner unterzeichneten Bericht des Ausschusses für Arbeiterwohlfahrt Dresden wird darauf verwiesen, dass 5045 Hilfesuchende die Geschäftsstelle aufgesucht haben, 238 Hilfsgesuche an Behörden geschickt wurden, 21735 Hausbesuche und 381 Schutzaufsichten geleistet worden sind. 10 000 Mark wurden im Rahmen der Hilfsaktion "Menschen in Not" gesammelt.
Ende der 20er/ Anfang der 30er Jahre Die Arbeiterwohlfahrt beteiligt sich aktiv an der Winterhilfe. Sie stellt - wie in Leipzig - eine Vielzahl der Fürsorgevertreter, richtete Nähstuben u.a. ein.
30.3. 1933 Der Vorsitzende des Orts- und Bezirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt Leipzig, Richard Böhlert (1881 - 1848), richtet einen Brief an Oberbürgermeister Goerdeler, wo er sich für den Erhalt der Arbeiterwohlfahrt einsetzt.
24.8.1933 Das sächsische Innenministerium gibt das Verbot der Arbeiterwohlfahrt bekannt. Das Vermögen und der Besitz werden durch die Nationalsozialisten beschlagnahmt.

2.Verbot und Nichtwiederzulassung

1933 - 1990 Im Osten Deutschlands existiert die Arbeiterwohlfahrt aufgrund des Verbotes der Nationalsozialisten und der Nichtwiederzulassung in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. DDR nicht. 1945/46 In Leipzig gibt es - namentlich durch Richard Böhlert - Bestrebungen, die Arbeiterwohlfahrt wieder entstehen zu lassen. Durch die Vereinigung von KPD und SPD zur SED ist das Thema politisch gegenstandslos.

3. Neuentstehung der AWO in Sachsen

14.3.1990 Gründung des AWO - Kreisverbandes Leipzig - Stadt im "Haus der Demokratie". Vorsitzender ist Horst Grüning.
31.3.1990 Gründung des AWO- Bezirksverbandes Sachsen- 'vVest im Leipziger "Haus der Demokratie". Bernd Dehler wird Vorsitzender, Ralph Richter Geschäftsführer. Im Gründungsjahr wird noch eine Bilanz in DDR - Mark erstellt.
19.4.1990 Es wird der Kreisverband Dresden - Stadt gegründet. Vorsitzender und Geschäftsführer ist Tilo Kramer.
24.4. 1990 Gründung des AWO - Bezirksverbandes Chemnitz. Vorsitzender wird Eugen Gerber. Später übernimmt Dr. Helga Otto den Vorsitz. Als Geschäftsführer fungiert Michael Heinisch.
Seit Anfang der 90er Jahre
haben u.a. der Bezirksverband Sachsen- West Partnerschaft mit dem Bezirk Westliches Westfalen in Dortmund und die AWO in Dresden mit Hamburg.
20.10.1990 Gründung des AWO - Bezirksverbandes Ostsachsen. Vorsitzende wird Doris Härtel, Tilo Kramer Geschäftsführer.
18.12.1990 Mitgliederversammlung des Bezirksverbandes Sachsen - West. Vorsitzender wird Karl- August Kamilli, Martin Kruse ist Geschäftsführer
15.1.1991 Die Altenpflegeschule in Markkleeberg nimmt als eine der ersten Einrichtungen dieser Art in den neuen Bundesländern ihren Betrieb auf. Sommer 1991 - 31.12. 1994 Von der AWO werden in Sachsen - West 302 Asylbewerber aus 29 Ländern betreut.
November 1991 Die MBRAC (Vereinigte Mitteldeutsche Braunkohlenwerke AG) übergibt das Volkshaus in Rötha der AWO zur Nutzung.
1991 Delegierte aus Sachsen fahren zur Außerordentlichen Bundeskonferenz nach Nürnberg
25.4.1992 In Rötha findet die erste Bezirkskonferenz der AM/0 statt. Bezirksvorsitzender ist Karl - August Kamilli. Das Motto der Konferenz lautet "Für soziale Gerechtigkeit mit Herz".
1992 - 1994 Mit einem Gesamtaufwand von ca. 10 Mio. DM werden in den Seniorenheimen der AWO in Sachsen -West wesentliche Verbesserungen der baulichen Bedingungen und der Ausstattung erreicht.
18.6.1994 Familienfest der AWO anlässlich des 75jährigen Jubiläums in Grimma mit 23 000 Besuchern. Erstmals sind Stände der AWO aus ganz Sachsen aufgebaut worden.
7.11.1994 In Dresden - Prohlis begehen Vertreter der AWO - Bezirksverbände Ostsachsen, Sachsen- West und Chemnitz feierlich den 75.Jahrestag der Arbeiterwohlfahrt. Dr. Frank Heltzig (Dresden) hält die Festrede. Es ist ein Festakt der Landesarbeitsgemeinschaft. 1.1.1995 Neuer Geschäftsführer des AWO - Bezirksverbandes Chemnitz wird Gerd Hoppe.
21.1.1995 2.Bezirkskonferenz in Rötha. Es werden die Weichen für die Gründung des Landesverbandes und von gemeinnützigen GmbH gestellt.
29.4.1995 Konstituierung des AWO - Landesverbandes Sachsen in Chemnitz. Zum Vorsitzenden wird Dr. Frank Heltzig gewählt. Stellvertreter sind Gudrun Klein und Hermann Ackner. Landesgeschäftsführer ist Tilo Kramer.
Frühjahr 1995 Nach Ablösung von Martin Kruse wird Sonja Prosche Geschäftsführerin des Bezirksverbandes Sachsen - West e.V.
11.5.1996 Auf der Landeskonferenz in Dresden wird Nils Opitz-Leifheit zum neuen Vorsitzenden des AWO- Landesverbandes gewählt. Stellvertreter sind Dr. Frank Heltzig und Ernst Schock
1995 Im Laufe des Jahres erfolgt in Ostsachsen die Bildung verschiedener gGmbHs
31.10. - 2.11.1996 In Mainz findet die AWO - Bundeskonferenz statt. Es wird die Mainzer Erklärung' zur Erhaltung des Sozialstaates verabschiedet. Das AWO - Leitbild soll auf einem Außerordentlichen Kongress 1998 behandelt werden. Dr. Frank Heltzig wird stellvertretender Bundesvorsitzender
30.1.1996 Außerordentliche Bezirkskonferenz in Rötha. Die Umwandlung des Bezirksverbandes Sachsen-West in eine gGmbH wird vertagt.
1.6.1997 Hermann Ackner wird an Stelle von Tilo Kramer Landesgeschäftsführer.
24.5.1997 Es erfolgt die Umwandlung des Bezirksverbandes Sachsen- West in die AWO Senioren - und Sozialzentrum gGmbH Sachsen- West
19.9.1998 In Frankenau erfolgt eine Umwandlung des AW0 - Bezirksverbandes Chemnitz in die AW0 Südsachsen gGmbH.
27./28.11.1998 Düsseldorf werden auf einer außerordentlichen Bundeskonferenz das Grundsatzprogramm und das Leitbild der AWO angenommen.
1999 Bundesweite Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag der AWO in Saarbrücken, landesweit mit einer Präsentation im World Trade Center in Dresden.
13.5.2000 AWO - Landeskonferenz in Leipzig

Redaktion: Dr. Hansrainer Baum (Leipzig) und Dr. Jürgen Knote (Dresden)





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